Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Überfischung der Meere – Fakten und Folgen

Über 70% aller Fischbestände weltweit sind überfischt und die Nachfrage steigt ständig, doch was bedeutet Überfischung eigentlich?


Fischbestand sinkt dramatisch

Ganz einfach – es wird mehr Fisch entnommen als durch natürlichen Weg nachproduziert wird. Seit Jahrzehnten wird durch Studien und Projekten der Fischbestand unserer Meere überwacht, die Population sinkt dramatisch und die wenigen Nachkommen werden nie groß genug um sich fortzupflanzen zu können da sie schon vorher gefangen werden.

Jahrhunderte lang wurden unsere Ozeane als unzerstörbar angesehen, doch der Mensch hat es in kürzester Zeit geschafft, ein ganzes Ökosystem nahezu auszulöschen. Sollte sich nicht schnell etwas ändern werden ganze Fischbestände ausgerottet und unsere Existenz hängt zum Teil von deren Existenz ab.

Fischbestand sinkt dramatisch

Evolution der Fischerei

Durch moderne und immer effektiveren Fangmethoden, 3D-Sonar, Hubschrauber und digitalen Karten auf Fischereiflotten wird jährlich eine stolze Summe von über 80 Millionen Tonnen Fisch gefangen. 

Grundschleppnetze werden bis zu einer Tiefe von 4000 Meter über den Grund gezogen und pflügen die Meere leer. Ringwaden (bis zu 2000 Meter lang und 200 Meter tief!) werden ringförmig über Fischschwärme, die zuvor mit Sonar geortet wurden, gelegt und zusammengezogen. Diese Netze werden viel zu schnell eingeholt und Meerestiere platzen förmlich von innen und erleiden einen schrecklichen Tod. Treibnetze, auch Netze des Todes genannt, treiben durch unsere Meere und fangen alles ein was in die Quere kommt. Die Netze können über 100 Kilometer lang sein und sind eigentlich seit 1992 weltweit verboten. Alle Fangmethoden haben eines gemeinsam – es wird nicht nur Fischbestand gefischt, sondern leider auch eine große Menge an Beifang. Schildkröten, Haie und Wale verenden in den Netzen, weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sind.

Überfischung der Meere

Wir essen unsere Weltmeere leer

Fisch ist ein Massenprodukt geworden, man findet ihn immer und überall in Restaurants und Supermärkten, tiefgefroren oder frisch – der Kunde hat die Wahl.

Kann man Fisch und Meeresfrüchte eigentlich noch mit gutem Gewissen verzehren? Die Nachfrage bestimmt den Markt, grundsätzlich sollte man bewusst konsumieren und beim Kauf auf Gütesiegel wie MSC, ASC, Naturland, SAFE, Bioland und das EU Bio Logo achten. Die Idee, dass man mit Aquakulturen die Fischbestände entlasten könnte sind zwar gut gemeint, haben aber wenig positive Auswirkungen auf die Überfischung der Meere, wenn man bedenkt das Zuchtfisch wiederum frei gefangenen Fisch als Futter braucht.


Hai und Schildkröte am Schwarzmarkt

Haie zum Beispiele stehen an der Spitze des Ökosystems und sind dafür verantwortlich, dass das System im Gleichgewicht bleibt. Trotzdem werden jährlich über 100 Millionen Haie gefangen und getötet, nur um ihre Flossen am Schwarzmarkt zu verkaufen. Haiflossen gelten in asiatischen Gebieten als Delikatesse und Wundermittel obwohl bis heute keine Studie belegt das der Verzehr von Haiflossen positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat.

Alle 7 Arten der Meeresschildkröte sind mittlerweile vom Aussterben bedroht und ihre Bestände sind in den letzten Jahren drastisch gesunken. Sie werden seit Jahrhunderten wegen ihres Panzers, Fleisches und Eiern gejagt und getötet.

Hier zwei Unterwasserbilder von Darja Miriuca (@saveourocean), die beim Tauchen ein rießiges Fischernetz mit vielen toten Fischen gefunden hat:


Was kann ich gegen Überfischung der Meere unternehmen?

Wie können wir der Überfischung unserer Ozeane entgegenwirken? Hier ein paar einfache und Tipps, wie du aktiv die Überfischung der Meere verhindern kannst:

  • Beim Kauf auf Bio und Umweltsiegel achten
  • Bewusst konsumieren
  • Herkunft und Fangmethode berücksichtigen
  • Das Thema „Überfischung“ bei Freunden und Verwandten ansprechen und darauf aufmerksam machen
  • In Restaurants wird nicht immer serviert was auf der Speisekarte stehen, billige Preise deuten oft auf unechte Delikatessen hin
  • Meeresschutzorganisationen unterstützen
  • Auf Produkte mit Hai-Leber-Öl (Squalene) und Schildkrötenfleisch verzichten
  • Die effektivste Methode ist nach wie vor ein klares „Nein“ zu Fisch und Meeresfrüchten

Fazit

Überfischung lässt sich nicht von heute auf morgen stoppen, aber jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten das die Nachfrage sinkt und unsere Meere eine zweite Chance bekommen.

Mehr zum Thema Überfischung der Meere und weitere spannende Themen rund um unsere Ozeane findest du auf dem Blog „UNSERE OZEANE STERBEN AUS – saveourocean


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Christoph Buchinger

Blogger & Gründer des EnergiesparBlog´s