Klimaschutz, Politik

Wir verbrennen unsere Zukunft – Raus aus dem Öl

Rund 600.000 Ölheizungen sind derzeit in Österreich noch im Einsatz. In Deutschland sind laut einer Schätzung 5,8 Millionen Anlagen noch in Betrieb. Dabei muss beachtet werden, dass rund ein Drittel der Treibhausgase auf die Gebäudetechnik zurückzuführen sind!. Für den Klimaschutz ein enormes Einsparpotential.


Das Heizsystem der Vergangenheit

In den kommenden Jahren werden allein in Österreich jährlich gut 35.000 Ölheizungen ersetzt werden müssen. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich zeigt in einer aktuellen Studie, dass alte Ölheizungen, die durch neue Ölheizungen ersetzt werden, die Umwelt bis 2050 weiter belasten würden. In Teilen von Österreich dürfen seit 01.01.2019 keine Ölheizungen im Neubau mehr verbaut werden. Bis zum Jahresende wird ein einheitliches Verbot für Öl-Feuerungsanlagen in ganz Österreich erwartet. Bei Bestandsbauten soll mit dem Ersatz ab 2025 begonnen werden. Das bedeutet, dass in den nächsten 20 bis 30 Jahren fossile Ölheizungen im österreichischen Wärmemarkt zur Gänze ersetzt werden müssen.

alte Heizung - Raus aus dem Öl

In Deutschland will die Bundesumweltministerin Svenja Schulze den Einbau von Ölheizungen von 2030 an komplett verbieten. Bestehende Anlage dürfen jedoch wie bisher weitergeführt werden. Laut Schulze müssen genügend Anreize für die Ümrüstung alter Ölheizungen geschaffen werden. „Wir sollten zum Beispiel sagen: Für die nächsten zehn Jahre helfen wir euch beim Umrüsten alter Ölheizungen, danach sind sie komplett verboten“, so die Bundesumweltministerin.


Einsparpotenzial

Würde man alle Ölheizungen durch moderne Heiztechnologien ersetzen, ließen sich nach Angaben von Experten in Deutschland bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Energiesparblog Diagramm CO2 Emissionen Heizsysteme
Grafik: Kesselfuchs GmbH

Öl und Gas sind beim Vergleich der CO2 – Emission die absoluten Verlierer. Bei der Verbrennung von fossiler Energieträger ensteht hauptsächlich Kohlenstoffdioxid und fördert dadurch die Umweltbelastung. Die Stromquelle ist besonders bei der Wärmepumpe für die Nachhaltigkeit verantwortlich. Unbedingt darauf achten einen Ökostromtarif zu wählen. Biomasse gibt ausschließlich CO2 wieder frei, welches zuvor in der Atmosphäre gebunden wurde. Deshalb sind Hackschnitzel-, Pellets- und Scheitholzheizungen besonders umweltfreundlich. Fazit: Raus aus dem Öl!


Das Problem der Förderungen

Förderungen für und gegen die fossilen Heizsysteme gibt es. Das Problem? – Nicht nur der Umstieg auf eine nachhaltige Heizung wird gefördert sondern auch die Moderniesierung der Ölheizung (z.b. Ölkessel mit Brennwerttechnik). In Österreich werden aktuell immer noch 7.000 Ölheizungen pro Jahr neu installiert und gefördert berichtet der Verband Erneuerbare Energie.

föderung heizung energiesparblog

Sanierungsoffensive in Österreich

Der Ausstieg aus einem fossilen Heizsystem auf ein alternatives Heizsystem wird in Österreich mit dem „Raus aus dem Öl Bonus“ mit bis zu 5.000 Euro gefördert. Die sogenannte Sanierungsoffensive 2019 wurde aufgrund des großen Erfolges von 2018 heuer wieder angeboten. Der Fördertopf betrug Anfang 2019 ursprünglich 42,6 Millionen Euro.

Aufgrund der hohen Nachfrage hat der Nationalrat im Juli beschlossen, die Fördermaßnahme 2019 nochmals mit 20 Millionen Euro zu füllen. 2018 wurden im Rahmen der Sanierungsoffensive 7.678 Anträge genehmigt. Die CO2 Einsparung betrugen 61.000 Tonnen pro Jahr geführt. 2019 haben bereits 6.555 Personen den „Raus aus dem Öl“-Bonus in Anspruch genommen und ihren Heizkessel getauscht.


Förderungen in Deutschland

Auch Deutschland fördert die Wärmewende. In der Regel bekommt man praktisch für fast jede neue Heizungeine Förderung oder zinsgünstige Kredite. Erneuerbare Energien wie Wärmepumpen erhalten dabei eine höhere Förderung. Außgenommen von den Förderungen sind z.b. Elektroheizungen.

Für eine neue Brennwertheizung beträgt die Fördersummen zwischen 5.000€ bis 10.000€. Eine Förderung von 10.000€ bis 20.000€ erhältst du für ein nachhaltiges Heizsystem, wie Biomasse oder Wärmepumpe.


Fazit

Förderungen für den Ausstieg gibt es ausreichend. Trotzdem heizen (zu) viele noch mit fossilen Energieträgern. Die Ölheizung war aufgrund ihrer günstigen Investitonskosten und unkomplizierten Betrieb ein populäres Heizsystem. Die Technologie ist jedoch schon einige Jahre nicht mehr Stand der Technik.

Gegenwind kommt zusätzlich von der Politik. Die Union lehnt ein Verbot von Ölheizungen strikt ablehnt. Die Energiewende müsse vielmehr mit Anreizen, Förderung und Preissignalen für klimafreundliche Technologien vorangetrieben werden


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Christoph Buchinger

Blogger & Gründer des EnergiesparBlog´s