Nachhaltigkeit, Technologie

Selbstversorgung im Eigenheim

Was verstehst du unter „Selbstversorgung“? – Viele verbinden den Begriff mit unserem täglichen Lebensmittelkonsum. Durchaus verständlich, Obst und Gemüse selbst „herzustellen“ macht Sinn. Warum versuchen wir nicht unseren täglichen Energiebedarf selbst zu erzeugen?


Definition & Geschichte

Samen, Keimlinge, Pflanzen, Blüten, Früchte, Ernte, Lagerung, Verzehr und Samengewinnung, das ist die Abfolge um Obst und Gemüse zum Genießen anzubauen. In vorzeitlichen Kulturen lebten sowohl Jäger und Sammler als auch Ackerbauern und Nomaden bis zur industriellen Revolution von dem Grundprinzip der Selbstversorgung bzw. der Selbserhaltung (Subsistenz).

Selbstversorgung mit Gartenprodukten ist auch heute noch eine beliebte Subsistenzstrategie neben der Marktwirtschaft und gewinnt wieder zunehmend an Interesse. In vielen Ländern der dritten Welt bildet dieser Ursprung noch immer die Grundlage des Überlebens.

Selbstversorgung bezeichnet eine autonome Lebensführung bzw. Subsistenz­weise, bei der Produzenten und Konsumenten identisch sind. Interagieren gezielt mehrere Selbstversorger miteinander spricht man von Subsistenzwirtschaft.

Selbstversorgung

Grundlage der Selbstversorgung

Die Grundlage der „Energie-Selbstversorgung“ bildet in diesem Fall unser Eigenheim. Die Art der Unterkunft – wie Haus, Wohnung, Bungalow, etc. – entscheidet nicht über die Energieversorgung, kann aber die Möglichkeiten einschränken.

In einem anderen Beitrag haben wir uns bereits mit dem Thema der richtigen Baustoffe sowie dem Punkt energieefizient Bauen beschäftigt. Ein nachhatliges und effizient errichtetes Gebäude hat den geringsten Energieaufwand bei maximalen Nutzen. Zum Vergleich, du kaufst (hoffentlich) auch nicht mehr Lebensmittel als du konsumieren kannst.

Wichtig: Energie die nicht verbraucht wird, muss auch nicht erzeugt werden!

In diesem Punkt haben oft Fertighäuser, unabhängig vom Baustil, einen entscheidenen Vorteil. Das Fertighaus ist aus Kosten und Platzgründen in punkto Flächen- und Raumnutzung optimiert. Kleinere Raumkubaturen verbrauchen einfach weniger Energie. Wird bei der Errichtung eines Fertighauses noch auf nachhaltige Baustoffe mit guten Wärmeeigenschaften geachtet, vereint man effiziente Architektur mit geringstem Energieaufwand – die Basis für die Energie-Selbstversorgung!


Energie selbst erzeugen

Unsere Technologien sind sehr hoch entwickelt, trotzdem gelingt es uns nicht, vorhandene erneuerbare Ressourcen zu nutzen. Sonne, Wind, Wasser usw. sind unerschöfpliche Energiequellen. Die Energie- und Wärmewende wird genauso wie die Verkehrswende nur miteinander funktionieren. Dabei bildet die einzelne Person den Schlüssel zum Erfolg, Politik und Wirtschaft können, wenn sie möchten, die Vorgänge fördern aber nicht zur Gänze unterbinden.

Die Möglichkeiten für sein Eigenheim selber Energie zu erzeugen sind mittlerweile sehr umfangreich. Ein paar Systemlösungen in der Übersicht für jeden Hausbesitzer:

Thermische Solaranlage

Eine thermische Solaranlage erzeugt mithilfe von Sonnenenergie Wärme. Die gewonnene Energie wird der Heizungsanlage zugeführt und kann somit zur Warmwasserbereitung und zur Raumheizung genutzt werden. Der Vorteil einer thermischen Solaranlage ist der wenig komplexe Aufbau mit wenigen mechanischen Bauteilen. Es gibt bereits Gebäude mit 100% Energieversorgung (Heizung und Warmwasser) durch die thermische Solaranlage, z.b. Kultur- und Gemeindezentrum Hallwang (AUT).


Photovoltaik

Nachhaltig Eigenstrom produzieren mit Sonnenenergie. Zu den Vorteil der Photovoltaikanlage zählt sicherlich der gerninge Wrtungsaufwand und die geringen Investitionskosten (in den letzten Jahren deutlich gesunken). Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts (07.01.2015) erzeugt eine Photovoltaikanlage mindestens 10-mal soviel Energie als für die Herstellung benötigt wurde. Wird die Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher (Heimspeicher) ergänzt ist eine 100%ige Selbstversorgung durchaus möglich.

solare_Energie_Photovoltaik

Kleinwindkraftanlagen

Eine Reihe von Herstellern bieten Windräder aller Art für den eigenen Garten an. Zugegeben, eine Windkraftanlage ist optisch nicht unbedingt ansprechend und man sollte gewisse Punkte und Vorschriften beachten. Dennoch eignet sich ein Windrad in geeineter Lage, z.b. auf einem großen Grundstück im ländlichen Raum mit erhöhtem Windaufkommen, für die nachhaltige Produktion von Strom.


Biomasse

Biomasse ist organisches Material das zum Erzeugen von Wärme verwendet werden kann. Als Biomasse zum Heizen in einer Biomasseheizung werden in fester Form vor allem pflanzliche Stoffe verwendet. Zum Beispiel Holzscheite, Pellets, Hackschnitzel, Sägeholzreste, Holzrinde und Altholz. Auch halmgutartige Biomassen wie Stroh, energiereiches Getreide mit niedrigem Feuchtigkeitsgehalt (z. B. Gerste, Roggen, Weizen), Maisspindeln, Gräser und Schilf werden als Biomasse verwendet. Für Privathäuser und auch industrielle Anwendungen stehen verschiedene Biomasse- oder Pelletöfen zur Verfügung. Vorteil, jede Biomasseheizung arbeitet CO2-neutral.


Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bzw. Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie (Strom) und nutzbarer Wärme. Das Hauptprodukt von industriellen Anlagen ist meist Strom mit Wärme als nützlichem Nebenprodukt. Zuhause im Einfamilienhäusern kann das Prinzip genau umgekehrt angewandt werden, eine sogenannte Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung. Überschüssiger Strom kann an die Versorgungsunternehmen verkauft werden.


Geothermie

Du denkst an heiße unterirdische Quelle die nur an besonderen Stellen auf der Erde vorkommen? Geothermie, oder besser bekannt unter „Erdwärme“, kann mit Hilfe der Wärmepumpentechnologie überall genutzt werden. Dabei werden je nach erfoderlicher Leistung Löcher (50 – 300 m Tiefe) in den Boden gebohrt, welche später Kaltwasser nach unten fördern. In z.B. hundert Meter Tiefe beträgt der Temperatur in Europa konstant ca. 14°C. Im Winter kann diese Temperaturdifferenz zum Heizen eines Wohnhauses genutzt werden. Nicht nur Wärme ist mit Geothermie möglich, im Sommer ist das Prinzip umgekehrt und klimatisiert mit Kaltwasser die Wohnräume. Die Wärmepumpe benötigt als Hilfsenergie Strom, dieser sollte natürlich nur aus erneuerbaren Quellen stammen oder am besten selbst erzeugt werden.

Winkraftanlage

Was kann ich machen?

Ganz einfach: Nutze erneuerbare Energiequellen. Viele werden sagen eine thermische Solaranlage, ein eigenes Windrad oder auch die beliebte Photovoltaikanlage rentiert sich nicht und der Ökostromtarif ist sowieso zu teuer. Wirtschaftlich gesehen stimmt das vielleicht auch in manchen Fällen. Aber wenn du dein Geld sparen willst macht es auch keinen Sinn, dass du dein eigenes Haus baust? – Der Punkt ist, handelst du zugunsten deines Bankkontos oder für deine und unsere Zukunft? Fakt ist, selbst erzeugte Energie, die ich wieder selber verbrauchen ist nachhaltig und kann im Idealfall auch rentabel sein.


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Christoph Buchinger

Blogger & Gründer des EnergiesparBlog´s