Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Der Weg zum CO2-neutralen Hausbau

Der Traum von den eigenen vier Wänden. Architektur, Platzangebot, Kosten, usw. sind beim Hausbau oft die vermeindlich wichtigsten Aspekte. Die Faktoren „Nachhaltigkeit“ und „Energieeffizienz“ gelangen dabei meist nur in den Hintergrund.


Hausbau mit den richtigen Baustoffen

Wer nachwachsende und CO2-neutrale Stoffe beim Hausbau verwendet, schont die fossilen und mineralischen Ressourcen. Wichtig ist, die gesamte Ökobilanz eines Baustoffes zu betrachten.

Ob ein Baustoff CO2-neutral ist, hängt vom „Primärenergiegehalt“ ab. Das ist jene Energie, die für folgende Punkte aufgewendet werden muss:

  • Herstellung und Produktion
  • Logistik und Transport
  • Einbau und Verarbeitung
  • Entsorgung, Wiederaufbereitung oder Recycling

Jeder Baustoff besteht aus einem Rohstoff, der erst zum Baustoff verarbeitet wurde, gerade dieser oft sehr aufwendige Prozess sorgt dafür, dass Baustoffe eine eher schlechte Ökobilanz aufweisen.


Massiv oder Leichtbau?

Massiv oder Leichtbau – Ziegel oder Holz? Die Frage nach der Bauart ist einer der ersten große Hürden beim Hausbau. Vorab, beide Bauweisen haben sowohl Vor- und auch Nachteile, auch hinsichtlich der Energieeffizienz.

Wir differenzieren für unseren möglichst umweltschondenen Hausbau zwischen Massivhaus aus Ziegel (Massivbau) und Riegelhaus aus Holz (Leichtbau). Die einflussreichsten Faktoren sind wie folgt:

Wärmeschutz im Sommer

Der sommerliche Wärmeschutz in einem gemauerten Massivhaus mit Ziegeln ist sehr gut, weil diese eine hohe Speicherkapazität besitzen. Die Wand eines Holzhaues besteht im Durchschnitt nur aus ca. 15% Holz, der Rest ist hauptsächlich Dämmung. Dadurch ist sehr wenig Speicherkapazität vorhanden und der Wärmeschutz im Sommer nicht so gut gegeben. Eine Überhitzung der Räume im Hochsommer ist dadurch eher möglich.


Wärmeschutz im Winter

Im Holzständerbau bzw. Fertighausbauweise ist es einfacher als beim Massivhaus die Wärmebrücken minimiert zu bekommen. Grund dafür ist, dass der Werkstoff Holz viel weniger wärmeleitet als Beton und Ziegel. Massivhäuser sind energetisch sehr schwer zu realisieren, da es die Baustoffe kaum zulassen, wärmebrückenfreie Konstruktionen zu machen. Schwachpunkte sind vor allem Anschlüsse von Kellerwänden an Bodenplatten, Fensteranschlüssen uvm.


Ökologie der Baustoffe

Zur Herstellung von Ziegeln und Beton wird extrem viel Energie gebraucht. Oft durch Verbrennung von wichtigen Energieträgern. Wenn man sich vorstellt, dass rund 50% des weltweit jährlichen CO2 Ausstoßes durch Baustoffe entstehen, ist es wichtig, dass man beim eigenen Haus darauf achtet, nachhaltige Baustoffe zu verwenden. Beim Holzhaus besteht die Tragkonstruktion meistens aus 100% Holz und somit ist der Baustoff, abgesehen von Verarbeitung und Transport, klimaneutral.

Wichtig:

Achte auf nachhaltige & ökologische Dämmstoffe!

Glaswolle, Styropor & Co. werden mit fossilen Energieträgern künstlich hergestellt und sind in keinem Fall zu empfehlen.

CO2-Bilanz der Baustoffe

Für die Herstellung von Ziegel und Beton müssen gigantische Hochöfen beheizt und die Zementindustrie betrieben werden. Diese Anlagen verwenden meist von fossile Energiequellen versorgt. Der hohe Energiebedarf ist ein maßgebender Faktor für die erhebliche Menge an Treibhausgasen, die bei der Produktion von einem Massivbau ausgestoßen wird.

Holzhäuser aus ökologischen und nachwachsenden Baustoffen sind positiv für die Umwelt. Alle CO2 Emissionen werden im Wachstum von den Bäumen und Pflanzen gespeichert und somit die Atmosphäre entlastet. Berücksichtigt werden muss natürlich auch die Holzschlägerung, Verarbeitung im Sägewerk sowie die Emission durch den Transport. Positiv ist, dass zum Sägen und Trocken von Holz Strom aus erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Windkraft, etc.) genutzt wird.


Der effiziente Baustil

Die Effizienz eines Hauses ist grundsätzlich vom Baustil abhängig. Mit der richtigen Ausrichtung des Hauses wird die Speicherfähigkeit der Wand sowie die einfallende Sonnenenergie optimal genutzt und Energie gespart.

Auch die Form des Grundrisses ist für die energetische Bewertung sehr wichtig. Grundsätzlich so kompakt wie möglich und mit so wenig Ecken wie möglich. Das Verhältnis der Außenfläche zum Raumvolumen sollte so klein wie möglich sein. Die ideale Wohnform wäre ein Iglu.

Die Winddichtebene liegt in der Regel außen und verhindert, dass die Wärmedämmung von kalter Luft umspült wird und die Dämmwirkung dadurch teilweise verloren geht. Die Luftdichtebene liegt innen und verhindert, dass warme Innenluft in die Konstruktion eindringt, abkühlt und so Schäden durch Kondensatbildung verursacht. Gemessen wird die Luftdichtheit gemäß ÖNORM EN 13829 durch den so genannten „Blower-Door-Test“ oder „n50-Test“.


Trend der Zukunft

Moderne Fertighäuser in Holzbauweise sind zurzeit im Trend und werden auch in Zukunft sicher an Beliebtheit gewinnen. Warum? – Fertighäuser erfüllen alle wichtigen Kriterien für einen umweltschonenden und nachhaltigen Hausbau. Die wichtigsten Eigenschaften sind dabei energiesparend, ökologisch und bezahlbar. Außerdem können fast alle Hausbauwünsche für jede Lebenssituation umgesetzt werden, egal ob architektonisches Gebäude im Bauhausstil oder moderne Bungalow-Bauweise.


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Christoph Buchinger

Blogger & Gründer des EnergiesparBlog´s