Nachhaltigkeit, Technologie

Der Onlinehandel boomt – Nachhaltiger Onlineshop

Heimelektronik, Kleidung, Bücher und Spielwaren kaufen wir am häufigsten online. Rund 66% der Deutschen shoppen mehrmals im Monat online. Immer weniger Menschen gehen in Folge in den Einzelhandel um diverse Produkte zu kaufen und der Onlinehandel boomt. Wir stellen uns die Frage: Ist nachhaltiges online Shoppen überhaupt möglich?


Onlinehandel vs. Einzelhandel

In Deutschland setzt der Onlinehandel rund 53,4 Milliarden Euro im Jahr um. Im Jahr 2018 wurden dafür 3,5 Milliarden Pakete ausgeliefert. Auch wenn man sich den Onlinehandel in der Umweltbilanz schön rechnen kann ist er schlecht für die Umwelt, sorgt für verstopfte Straßen und zerstört den Einzelhandel vor Ort. Zusätzlich sorgt der enorme Onlinekonsum für jede Menge unnötigen Verpackungsmüll.

Der Kartonverbrauch ist im Distanzhandel von 1996 bis 2015 von 120 000 auf 770 000 Tonnen gestiegen. Im Vergleich zu Plastik lassen sie sich allerdings sehr gut recyceln und sparen dadurch 60% Energie und 80% Wasser.

nachhaltiger Onlineshop - gigantische Lagerhallen

Umweltbilanz und CO2-Emissionen

Die CO2-Bilanz des Onlinehandels im Vergleich zum normalen Handel hängt von viele Faktoren ab. Je nach Geschäftsmodell der Online-Händler und den berücksichtigten Wegen zum Supermarkt (z.B. zu Fuß, mit dem Nahverkehr, mit dem Auto) ändern sich der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Einkauf im Supermarkt deutlich.

Zum Einkaufen in die Stadt fahren verbraucht bei einer Durchschnittsstrecke von 6 Kilometer ungefähr 2,4 Kilo CO2. Die Lieferung aus dem Onlinehandel verbraucht theoretisch nur 500 Gramm CO2, so die Berechnungen von DHL. (Anmekrung: Expresslieferung und prime Versand am Folgetag weisen weit höhere Emissionen auf). Durch ineffizeinte Ladungen, Routen und Zustellungsprobleme entstehen weitere Extrafahrten, welche die Ökobilanz verschlechtern. Noch nicht berücksichtigt sind die Emissionen von den 18% der Besteller, die das Paket im nächsten Paketshop abholen müssen.

Zusätzlich zerstört die verschönte Umweltbilanz, dass 286 Millionen Pakete jährlich in Deutschland zurückgeschickt werden. Dabei entstehen ca. 143.000 Tonnen CO2. 


Regionale Wertschöpfung

Neben den negativen Auswirkungen auf unserer Umwelt kommt der wirtschaftliche Aspekt und die regionale Wertschöpfung. Auch wenn der Onlinehandel effizienter und nachhaltiger wäre, werden regionale Arbeitsplätze verdrängt. Das bedeutet in Folge mehr PendlerInnen und die dadurch verbundenen Mobilitäts- und Klimaprobleme.


Grüne Onlineshops

Grüne Onlineshops haben im Gegensatz zu konventionellen Anbietern ein nachhaltiges Geschäftskonzept oder verkaufen ökologische und Fairtrade-Waren. Die Liste von UTOPIA zeigt dir die besten grünen Onlineshops mit einer umfangreichen Auswahl an nachhaltiger Webshops. Zum Beispiel für Öko-Mode, Naturkosmetik, Bio-Lebensmittel oder Recycling-Produkte.

Die besten 35 grünen Onlineshops fndest du auf UTOPIA

Kriterien – nachhaltiger Onlineshop

Wann oder wie ist ein Onlineshop nachhaltig? Viele der oben genannten Shops sind spannende Alternativen zu den „üblichen“ Onlineshops. Utopia definiert die nachhaltigsten Onlineshops nach gewissen Kriterien. Die Öko-Onlineshops erfüllen midestens einen der folgenden Punkte:

  • Sortiment – Nachhaltige Onlineshops sollten vor allem nachhaltige Produkte anbieten. Zumindest ein Teil der Ware trägt also Siegel aus dem Bereich Öko oder Fairer Handel (etwa Bio, FairTrade, FSC, GOTS …). Produkte im Sortiment des Shops bestehen aus recycelten Materialien, sind selbst recycelbar, bestehen aus Naturstoffen, wurden mit geringem Energie- und Wasseraufwand hergestellt oder sind besonders langlebig.
  • Geschäftskonzept – Das Unternehmen, das den Online Shop betreibt, wirtschaftet nachhaltig und leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Dazu gehört beispielsweise der Bezug von Ökostrom, Energiesparen, Gebäudedämmung, Müllvermeidung, Öko-Verpflegung, Unterstützung von ökologischen oder sozialen Projekten.
  • Versand – Der Online Shop versendet seine Ware CO2-neutral, etwa indem die Emissionen mit Zertifikaten ausgeglichen werden.
  • Verpackungen – Grüne Onlineshops sollten ihre Waren so weit wie möglich umweltfreundlich und recycelbar verpacken.
  • Standort – Der Firmensitz befindet sich in Deutschland, um die Transportwege möglichst kurz zu halten.
  • Sortiment – Der Onlineshop führt mindestens 100 Artikel, die dem nachhaltigen Bereich zuzuordnen sind. Wenn er weniger Artikel anbietet, sollte er diese Produkte exklusiv führen.
  • Erfahrung – Der Shop sollte seit mindestens einem Jahr bestehen.
nachhatliger Onlineshop

Was kann ich als Kunde machen?

Ich gebe dir Tipps für nachhaltiges online shoppen. Grundsätzlich kann man allen gelisteten Öko-Onlineshops bedenkenlos bestellen. Jedoch solltest du immer auf die Regionalität achten. Verkauft ein regionales Geschäft das besagte Produkt, macht es keinen Sinn diese online zu bestellen – auch nicht bei einem nachhaltigen Onlineshop.

Folgende Punkte solltest du dir besonders zu Herzen nehmen:

  • Alles was ich auch im Handel vor Ort kaufen kann nicht online bestellen. Die Einkäufe vor Ort dann am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen.
  • Online Einkäufe vorher planen und Sammelbestellungen machen.
  • Expresslieferungen meiden.
  • Bestellungen aus Übersee möglichst vermeiden.
  • Bei Rücksendungen die Originalverpackung verwenden.
  • Die Ware in Paketstationen liefern lassen oder Ablageorte in der Garage o.ä. vereinbaren, um zu vermeiden, dass der erste Zustellversuch nicht funktioniert.

Das Amazon System

Gut zwei Drittel aller Deutschen shoppen online. Ob bequem vom heimischen PC aus oder von unterwegs per Handy. Marktführer in diesem Geschäft ist Amazon. In Deutschland erzielt das weltgrößte Warenhaus gut 30 Prozent des gesamten Online-Umsatzes. Das bekommen die traditionellen Geschäfte in den Innenstädten zu spüren. Ihre Kundschaft nimmt ab, verlagert sich ins Netz. 

Eine Dokumentation von SWR aus dem Jahr 2018 die nach wie vor ihre Berechtigung hat ( Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert. Stand: 07.02.2018):


Fazit – nachhatliger Onlineshop

Der Onlinehandel boomt und das zurecht. Für den Endkunden ist online shopping praktisch, günstig und die Auswahl ist gigantisch. Alles Faktoren die für den Onlineboom sprechen. Das unsere Umwelt darunter leidet verstehen leider nur wenige. Dabei können wir nachhaltig online shoppen, wenn wir gewisse Faktoren berücksichtigen.

Eine aufstrebender Markt ist unter anderem der Handel mit digitalen Produkten. Diese verursachen keinen Müll und keine Emissionen durch Herstellung und Transport.

Nachhaltiges online shopping ist auch im EnergiesparBlog möglich. Entdecke informative und spannende Produkte zu den Themen Umwelt, Klima, Effizienz und Nachhaltigkeit!



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Christoph Buchinger

Blogger & Gründer des EnergiesparBlog´s